Verbrannte Bücher – lebendige Stimmen

Kulturelles Gedenken an die NS-Bücherverbrennung vom 17. Mai 1933 auf dem Universitätsplatz

Zum Gedenken an die nationalsozialistische Bücherverbrennung laden der Heidelberger Lupe e. V., das Germanistische Seminar der Universität Heidelberg und das Kulturamt der Stadt Heidelberg am Freitag, 22. Mai 2026, von 16 bis 17.30 Uhr zu einer öffentlichen Lesung auf dem Universitätsplatz ein.

Mit der Veranstaltung wird an jene Autorinnen und Autoren erinnert, deren Werke am 17. Mai 1933 von Studierenden der NS-Organisationen öffentlich verbrannt wurden. Die Bücherverbrennungen standen für die systematische Ausgrenzung und Verfolgung all jener Stimmen, die nicht in das nationalsozialistische Weltbild passten – darunter jüdische, pazifistische, sozialkritische oder politisch oppositionelle Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

In einer „Dauerlesung“ werden Texte verfolgter Autorinnen und Autoren erneut hörbar gemacht – darunter Werke von Kurt Tucholsky, Else Lasker-Schüler, Ernst Toller, Erich Kästner oder Alfred Döblin. Die Lesung versteht sich als Einladung zum Erinnern, Weiterdenken und öffentlichen Austausch über Literatur, Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, zuzuhören oder selbst kurze Textauszüge von maximal fünf Minuten zu lesen. Wer etwas beitragen möchte, kann sich per E-Mail an carl.junginger@gs.uni-heidelberg.de wenden. Neben Studierenden beteiligen sich auch Heidelberger Autorinnen und Autoren an der Lesung.

Die Veranstaltung setzt ein Zeichen gegen das Vergessen und für die Freiheit von Literatur, Kunst und Wissenschaft. Gerade in einer Zeit, in der demokratische Werte und kulturelle Offenheit erneut unter Druck geraten, soll die Lesung an die Bedeutung freier Stimmen und einer offenen Gesellschaft erinnern.

Bei schlechtem Wetter findet die Lesung im Erdgeschoss der Neuen Universität statt.

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