Frauen-Nachttaxi: Gemeinderat beschließt Preisanpassung auf 14 Euro ab September
Künftig auch für Frauen im Bundesfreiwilligendienst und Freiwilligen Sozialen Jahr ermäßigter Tarif
Der Heidelberger Gemeinderat hat am 23. Juli 2026 eine Anpassung der Fahrpreise für das Frauen-Nachttaxi beschlossen. Das Angebot trägt seit Jahren dazu bei, das Sicherheitsgefühl von Frauen auf dem nächtlichen Heimweg zu stärken und ihre gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben zu unterstützen. Ab 1. September 2026 kostet eine Fahrt für nicht ermäßigte Nutzerinnen 14 statt bisher 10 Euro. Der Preis für den ermäßigten Tarif bleibt bei 8 Euro pro Fahrt. Anspruch auf die Ermäßigung haben neben Studentinnen, Schülerinnen, Auszubildende sowie Frauen mit Heidelberg-Pass oder Heidelberg-Pass+ künftig auch Frauen im Bundesfreiwilligendienst (BFD) und im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ).
Mit der Änderung reagiert die Stadt auf die Entwicklung seit Einführung des sozial gestaffelten Tarifs zum 1. Februar 2026. Die Zahl der Fahrten ist seitdem gegenüber dem Vorjahr gesunken, zugleich sind die durchschnittlichen Kosten pro Fahrt gestiegen. Zwischen Februar und April 2026 entfielen rund 78 Prozent aller Fahrten auf nicht ermäßigte Nutzerinnen. Ohne eine Anpassung hätten die im Haushalt veranschlagten Mittel nicht ausgereicht. Auch eine zeitweise Aussetzung des Angebots im Herbst 2026 wäre nicht auszuschließen gewesen.
Die höheren Fahrpreise stabilisieren die Finanzierung des Frauen-Nachttaxis. Zugleich erweitert die Stadt den Kreis der Frauen, die den ermäßigten Tarif nutzen können, sodass Frauen mit geringeren finanziellen Ressourcen weiterhin Zugang zum Angebot haben.
Für das Frauen-Nachttaxi sind im Haushalt 2026 Ausgaben von 120.000 Euro und Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf von 60.000 Euro eingeplant. Die Stadt wird die Entwicklung von Nutzung und Kosten weiter auswerten und den Gemeinderat im Herbst 2026 erneut informieren. Auf dieser Grundlage entscheidet er gegebenenfalls, ob und welche weiteren Maßnahmen für das laufende Haushaltsjahr sowie für den Doppelhaushalt 2027/28 erforderlich sind.
Der Gemeinderat hat die Verwaltung außerdem beauftragt, für das Folgejahr zu prüfen, ob der stadtweite Einsatz von „fips“-Bussen als Frauennachttaxi eine preiswerte Alternative zum aktuellen Modell darstellt.
Infos zum Frauen-Nachttaxi gibt es online unter www.heidelberg.de/frauennachttaxi.
