Träger
Stadtarchiv Heidelberg
Im Stadtarchiv prüfen Archivarinnen und Archivare, ob Unterlagen (Akten, Amtsbücher, Karteien, Pläne, Bild-, Film-, Tonmaterialien sowie sonstige Informationsträger analog wie digital aus rechtlichen oder historischen Gründen von bleibendem Wert sind (Archivwürdigkeit). Allein diese werden vom Archiv übernommen, erschlossen, dauerhaft verwahrt (in z. Zt. mehr als 36.000 säurefreien Archivkartons), erhalten (Konservierung, Restaurierung, Digitalisierung) und für eine Nutzung/Auswertung aufbereitet. Erst so werden sie nutzbar: Für Bürgerinnen und Bürger, die Heimatforschung, für Studierende (die sich z. B. mit Heidelberg in der NS-Zeit auseinandersetzen) – ebenso für die historische Heidelberg-Forschung und in demokratischer Funktion für eine Nachvollziehbarkeit des Verwaltungshandelns.
Heidelberger Geschichtsverein
Der Heidelberger Geschichtsverein e.V. wurde im November 1993 gegründet. Sein Zweck ist es, die Geschichte der Stadt Heidelberg in allen Epochen und thematischen Feldern zu erforschen und darzustellen. Darüber hinaus bietet er ein Forum für Menschen, die sich für Orts-und Regionalgeschichte interessieren und begeistern. In publizistischer Hinsicht sind wir wissenschaftlichen Standards verpflichtet, bemühen uns aber, die Inhalte einer fachlich interessierten Leserschaft verständlich zu vermitteln.
Hierzu dienen insbesondere die Beiträge im seit 1996 erscheinenden Jahrbuch zur Geschichte der Stadt sowie mehrere separate Veröffentlichungen, z.B. Hansjoachim Räther: Die Heidelberger Straßennamen (2015) und Joey Rauschenberger: Die NSDAP in Heidelberg (2022). Der Verein stellt Neuerscheinungen zur Stadtgeschichte vor (Erlesenes Heidelberg), organisiert Vorträge und andere Veranstaltungen und bietet Forschenden die Möglichkeit, die Erträge ihrer Arbeit öffentlich zu präsentieren. Rundgänge durch die Stadt und Kooperationen mit vielen Initiativen und Gruppen ergänzen diese Angebote.
Der Geschichtsverein trägt seit seinem Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen und wissenschaftlichen Beiträgen im Jahrbuch zur Dokumentation der NS-Epoche und zur Erinnerungskultur bei. Aktive des Vereins waren und sind an der Gestaltung von Gedenkstätten, an Recherchen zur Geschichte sowohl der Verfolgten als auch der Täter von NS-Unrecht und Terror beteiligt. Sie wirken mit an Ausstellungen, Gedenkveranstaltungen und Exkursionen. Der Verein unterstützt Studierende und Schüler*innen bei Forschungsprojekten, ebenso die akademische und private Forschung zu Stadtteilen, Biographien und Institutionen. Hierzu dienen auch regelmäßige Treffen der Mitglieder.
Der aktuelle Vorstand des Geschichtsvereins besteht aus Claudia Rink (1. Vorsitzende), Petra Nellen (2. Vorsitzende), Dr. Martin Krauß (Kassenführung), Hansjoachim Räther (Schriftführer) und Prof. Dr. Maike Rotzoll.
Der Heidelberger Geschichtsverein ist gemeinnützig und unabhängig, der Bezug des Jahrbuchs ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.
Kontakt zum Geschichtsverein ist über die die Homepage www.haidelberg.de sowie über die dort angegebene Vereinsadresse möglich. Das Jahrbuch ist im Buchhandel erhältlich oder kann über die Homepage und die Vereinsadresse bestellt werden.
Historisches Seminar Heidelberg
Das 1889 gegründete Historische Seminar der Universität ist die wichtigste Heidelberger Einrichtung für Forschung und Lehre zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Geschichte. Eine explizit auf die Geschichte des Nationalsozialismus ausgerichtete Professur existiert am Seminar nicht, und regionalgeschichtliche Forschung konzentriert sich systematisch und dauerhaft im Institut für Fränkisch-Pfälzische Geschichte und Landeskunde auf die Großepochen Mittelalter und Frühe Neuzeit. Gleichwohl leistet das Seminar seit geraumer Zeit und regelmäßig namhafte Beiträge auch zur Erforschung der regionalen und lokalen Geschichte des Nationalsozialismus sowie zur Heidelberger Erinnerungskultur. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die 2017 am Seminar eingerichtete Forschungsstelle Antiziganismus, und weitere Impulse gehen von der Professur für Angewandte Geschichtswissenschaft – Public History, der Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte, der Professur für Osteuropäische Geschichte und der Professur für Zeitgeschichte aus. Mitarbeiter*innen und Doktorand*innen des Seminars forschen in wechselnden Konstellationen zur lokalen Geschichte des Nationalsozialismus: Hier treten seit mehreren Jahren mit zahlreichen eigenen Publikationen und der Betreuung einschlägiger Abschlussarbeiten Frank Engehausen, mit einem unlängst abgeschlossenen Buch zur Heidelberger NSDAP Joey Rauschenberger und aktuell mit einem Projekt zur lokalen Kommunalverwaltungsgeschichte im Nationalsozialismus Nils Jochum hervor.
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)
Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) wurde 1947 als überparteilicher Zusammenschluss von NS-Verfolgten und Widerstandskämpfer*innen gegründet. In den 1970er Jahren öffnete sie sich mit dem Bund der Antifaschisten (BdA) auch für folgende Generationen. Zentrale Bedeutung hat die Erinnerungs-, Gedenk- und Bildungsarbeit zu NS-Terror, Verfolgung und Widerstand. Zudem ist die VVN-BdA aktiv gegen aktuelle rechte Strömungen sowie gegen Militarismus und Krieg. Neben Vorträgen und Filmabenden zur lokalen NS-Geschichte führt die VVN-BdA regelmäßig Stadtrundgänge zum Thema "Heidelberg im Nationalsozialismus - Verfolgung und Widerstand" durch. Gemeinsam mit dem DGB organisiert sie jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung an die von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfer:innen.
- Website des VVN-BdA (mit Kontaktformular)
Initiative Stolpersteine Heidelberg
Die Initiative Stolpersteine Heidelberg engagiert sich seit 2008 für eine lebendige Erinnerungskultur in der Neckarstadt. Unsere ehrenamtlichen Mitglieder setzen sich dafür ein, dass mit Stolpersteinen an die Heidelberger Bürgerinnen und Bürger erinnert wird, die während der NS-Zeit verfolgt, vertrieben und ermordet worden sind. Diese Gedenksteine, die vor den letzten Wohnorten der Opfer verlegt werden, tragen Namen, Lebensdaten und Hinweise auf deren Schicksal. Hierfür erforschen wir die Einzel- und Familienschicksale, stellen den Kontakt zu Zeitzeugen sowie Nachfahren her, publizieren biografische Beiträge und koordinieren die jährlich stattfindenden Verlegungen. Über 300 Stolpersteine zeugen inzwischen in Heidelberg vom Leben und Leiden jener Menschen – sichtbar im Stadtbild und mahnend für die Gegenwart.





