Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg 2026 geht an Clara Heinrich mit „Pusztagold“
Der mit 10.000 Euro dotierte Clemens-Brentano-Preis für Literatur der Stadt Heidelberg geht 2026 an die Schriftstellerin Clara Heinrich. Sie erhält den Preis für ihren Essayband „Pusztagold“ (AKI Verlag, 2025). Die Jurysitzung zur Preisvergabe fand am Donnerstag, 16. April 2026, statt.
Literatur und Fürsorge als elementare Bedürfnisse
In der Jury-Begründung heißt es: „In ihrem so vielschichtigen wie poetischen Essay ‚Pusztagold‘ denkt Clara Heinrich Dinge zusammen, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören: die ökologische Zerstörung der Landschaft, eine Krankheit wie ME/CFS, Care-Arbeit und Schreiben. Dabei gelingt ihr nicht nur eine genuin neue Form des Nature Writing, das alles Kreatürliche umfasst. Heinrich erschafft vielmehr einen Text, der mittels Tagebuchaufzeichnungen, Lektürenotizen und persönlichen Reflektionen den Zustand einer angeschlagenen Welt formuliert, zu deren elementaren Bedürfnissen Literatur ebenso zwingend gehört wie Empathie und Fürsorge.“
Clara Heinrich, geboren 1993, studierte Sprachkunst und Politikwissenschaft in Wien, Berlin und Aix-en-Provence. Sie war Finalistin beim Literaturpreis Open Mike 2019 in Berlin und hat 2021 für einen Auszug aus „Pusztagold“ den Burgenländischen Literaturpreis gewonnen. 2022 war sie Stipendiatin beim Klagenfurter Literaturkurs; 2023 stand sie auf der Shortlist für den Wortmeldungen-Förderpreis. Clara Heinrich veröffentlichte Gedichte in diversen Anthologien und Magazinen, unter anderem in „Edit“, „Process*in“ und in der „Open Poems Anthologie“ beim Poesiefestival Berlin. Heute lebt sie im Osten von Österreich und betreibt dort die Marktgärtnerei Clarence Gärten. „Pusztagold“, 2025 im AKI-Verlag (Zürich) erschienen, ist ihr literarisches Debüt.
Einzigartig: Profikritiker und Studierende als Juroren
Seit 1993 wird der mit 10.000 Euro dotierte Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg jährlich im Wechsel in den Sparten Lyrik, Erzählung, Essay und Roman an deutschsprachige Autorinnen und Autoren vergeben, die mit ihren Erstlingswerken bereits die Aufmerksamkeit der Kritiker und des Lesepublikums auf sich gelenkt haben. Deutschlandweit einzigartig ist, dass die Preisjury sowohl mit professionellen Literaturkritikerinnen und -kritikern als auch mit Studierenden des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg besetzt ist.
Der aktuellen Brentano-Preis-Jury gehören von 2024 bis 2027 als professionelle Jurymitglieder an: Mara Delius (Herausgeberin „Literarische Welt“), Hanne Knickmann (Kulturagentur Knickmann, Moderation), Christoph Schröder (Freier Kritiker, Autor und Dozent für Literaturkritik) sowie Miriam Zeh (Literatur-Redakteurin, Deutschlandfunk Kultur). Als studentische Jurymitglieder waren 2026 Anna Bartens, Franka Rau und Laura Stumpp beteiligt.
Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger des Clemens-Brentano-Preises sind: Noemi Somalvico, Sibylla Vričić Hausmann, Yael Inokai, Hanna Engelmeier, Simon Sailer, Levin Westermann, Gianna Molinari, Philipp Stadelmaier, Jan Snela, Thilo Krause, Saskia Hennig von Lange, Maximilian Probst, Philipp Schönthaler, Alexander Gumz, Wolfgang Herrndorf, Sven Hillenkamp, Andreas Stichmann, Felicia Zeller, Ann Cotten, Clemens Meyer, Stefan Weidner, Anna Katharina Hahn, Raphael Urweider, Andreas Maier, Doron Rabinovici, Sabine Peters, Hendrik Rost, Oswald Egger, Norbert Niemann, Benjamin Korn, Daniel Zahno, Jörg Schieke, Barbara Köhler, Gabriele Kögl und Günter Coufal.
Die Preisverleihung ist geplant für Mittwoch, 22. Juli 2026, um 19 Uhr im Spiegelsaal des Prinz Carl in Heidelberg. Am Vorabend der Verleihung, 21. Juli 2026, wird die Preisträgerin um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Heidelberg aus ihrem Werk lesen.
Weitere Informationen zum Clemens-Brentano-Preis und der Literaturstadt Heidelberg gibt es online unter www.cityofliterature.de.

