25 Jahre „Nachhaltiges Wirtschaften Heidelberg“: Betriebsabläufe optimieren und Klima schützen
Elf weitere Betriebe und Institutionen ausgezeichnet
Umweltfreundlich und nachhaltig produzieren, soziale Verantwortung übernehmen und damit auch noch Geld sparen: Seit 25 Jahren begleitet das städtische Umweltamt mit dem Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften“ Betriebe und Institutionen dabei, ihre Abläufe nachhaltiger zu gestalten und Klimaschutz messbar im Arbeitsalltag zu verankern. Zum Jubiläum sind bei der Prämierungsveranstaltung am Mittwoch, 11. März 2026, in der Aula der Neuen Universität der Universität Heidelberg elf Betriebe und Institutionen ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Eckart Würzner und Prof. Dr. Karin Schumacher, Prorektorin für Qualitätsentwicklung und Nachhaltigkeit der Universität Heidelberg, würdigten das Engagement der Teilnehmenden in ihren Grußworten. Anschließend überreichte Marc Massoth, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Wissenschaft, gemeinsam mit der Umweltamtsleiterin Sabine Lachenicht die Zertifikate „Nachhaltiges Wirtschaften 2026“ und „Klimafit“.
Seit Beginn des Projekts im Jahr 2001 haben sich 166 Betriebe mit zusammen knapp 13.000 Beschäftigten erfolgreich beteiligt. Laut Datenerhebung erzielen die teilnehmenden Unternehmen jährlich Einsparungen von rund 2.600 Tonnen CO2 und insgesamt etwa 1,4 Millionen Euro Betriebskosten.
„Auch wenn die Haushaltslage vielerorts angespannt ist: Beim Klimaschutz dürfen wir alle nicht bremsen. ‚Nachhaltiges Wirtschaften‘ zeigt seit 25 Jahren, dass Unternehmen und Institutionen mit praxistauglichen Maßnahmen Energie sparen, CO2 reduzieren und Kosten senken können. Dafür sind starke Netzwerke wie ‚Nachhaltiges Wirtschaften‘ ebenso wichtig wie verlässliche Förderung von Bund und Land. Dass die Universität Heidelberg als Gastgeberin der Prämierungsveranstaltung in der Projektphase eigene Maßnahmen eingebracht hat und insbesondere beim Klimaschutz und zur Stärkung der Resilienz künftig enger mit der Stadt zusammenarbeiten wird, ist ein starkes Signal“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner.
Wie Klimaschutz und Resilienz auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen vorangebracht werden können, war auch Thema des Podiumsgesprächs „Klimaschutz trotz leerer Kassen“. Einig waren sich die Beteiligten, dass dafür verlässliche Unterstützung von Bund und Land, eine enge Zusammenarbeit von Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft sowie der Austausch von Wissen und Erfahrungen entscheidend sind. Als Beispiele wurden technische und organisatorische Verbesserungen im Betrieb, klimafreundliche Mobilität und eine starke Beteiligung der Beschäftigten genannt.
Zertifikate „Nachhaltiges Wirtschaften 2026“ und „Klimafit“
Mit den Zertifikaten „Nachhaltiges Wirtschaften 2026“ und „Klimafit“ des Landes Baden-Württemberg wurden elf Projektteilnehmende ausgezeichnet:
- Abfallwirtschaft, Stadtreinigung und Zentralwerkstätten Heidelberg
- Enjoy Jazz gGmbH
- Getränke Fein GmbH
- Heidelberg Instruments Mikrotechnik GmbH
- Heidelberger Dienste gGmbH
- Heidelberger Frühling gGmbH
- LAB14 GmbH
- MRC Systems GmbH
- Stadtwerke Heidelberg Bäder GmbH – City-Bad im Sofienquartier
- TSG Rohrbach e. V.
- Zentralbereich Neuenheimer Feld der Universität Heidelberg – Abteilung Zentrallager
Vielfältige Ansätze für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Betrieb
Unterstützt vom städtischen Umweltamt sowie durch die Beratung der geovotum GmbH und der KLiBA (Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg-Rhein-Neckar-Kreis gGmbH) haben die teilnehmenden Betriebe individuelle Umwelt- und Nachhaltigkeitsprogramme erarbeitet. Über die Prämierungswürdigkeit entscheidet eine ehrenamtliche Projektkommission.
Das Spektrum reicht von schnell umsetzbaren Effizienzmaßnahmen wie der Optimierung von Heizungs- und Lüftungssteuerung, der Vermeidung von Stand-by-Verbräuchen und der Umstellung auf LED-Beleuchtung bis hin zu investiven Vorhaben wie Photovoltaikanlagen – teilweise ergänzt um Batteriespeicher oder Ladeinfrastruktur. Hinzu kommen Gebäudemaßnahmen, etwa an Fassade, Dach oder Fenstern, sowie technische Modernisierungen wie Wärmerückgewinnung oder der Einsatz klimafreundlicher Kältemittel. Häufig zeigt die Treibhausgasbilanz zudem, dass ein wesentlicher Teil der Emissionen bei der Mobilität entsteht. Entsprechend setzen viele Teilnehmende auch dort an, etwa mit Jobtickets und Jobrädern, mit der Umstellung auf Elektromobilität, mit Anreizen für eine nachhaltige Anreise oder mit einer optimierten Logistik und weniger Fahrten.
Mitmachen bei „Nachhaltiges Wirtschaften“: nächste Phase startet Ende 2026
Der Heidelberger Gemeinderat hat mit dem Klimaschutz-Aktionsplan beschlossen, dass sich 20 Prozent aller kleinen und mittelständischen Unternehmen am Projekt „Nachhaltiges Wirtschaften“ beteiligen sollen. Die nächste Projektphase startet voraussichtlich Ende 2026. Interessierte können sich an das Umweltamt wenden: Abigail Berner, Telefon 06221 58-45520, Dr. Raino Winkler, Telefon 06221 58-18240, E-Mail nachhaltiges.wirtschaften@heidelberg.de. Weitere Informationen sowie in Kürze den Film zu den aktuell teilnehmenden Betrieben gibt es online unter www.heidelberg.de/nachhaltigeswirtschaften.
Das Projekt ist Teil des Heidelberger Klimaschutz-Aktionsplans mit 30 konkreten Vorschlägen auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. Unter dem Motto #hd4climate will die Stadt Heidelberg die CO2-Emissionen in allen Lebensbereichen weiter senken. Seit 1987 wurde der Pro-Kopf-Verbrauch von CO2 bereits um etwa 32 Prozent reduziert.

