Wenn die Altstadt noch schläft: Bürgermeister begleitet Stadtreinigung bei Frühschicht
Sommertour gibt Einblick in die Altstadtreinigung und ihre aktuellen Herausforderungen
Während die meisten Geschäfte noch geschlossen sind und die Hauptstraße langsam erwacht, ist die Stadtreinigung bereits seit Stunden im Einsatz: Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain hat am Mittwoch, 5. August 2026, im Rahmen seiner Sommertour eine Frühschicht der Heidelberger Stadtreinigung begleitet. Von 5.15 bis 8.30 Uhr erhielt er einen unmittelbaren Einblick in die Arbeitsabläufe und Herausforderungen bei der Reinigung der Altstadt.
Unterwegs mit dem Reinigungsteam
Nach der morgendlichen Arbeitsausgabe auf dem Betriebsgelände der Abfallwirtschaft, Stadtreinigung und Zentralwerkstätten Heidelberg (ASZ) begleitete Schmidt-Lamontain ein Reinigungsteam auf seiner Tour durch die Innenstadt. Zu den Aufgaben gehörten die Leerung der zahlreichen Papierkörbe, die Beseitigung achtlos weggeworfener Abfälle und die Reinigung der Hauptstraße. Auch mit dem für die Altstadt zuständigen Kehrmaschinenfahrer tauschte sich der Bürgermeister über die Situation vor Ort aus.
„Die Mitarbeitenden der Stadtreinigung sorgen jeden Morgen dafür, dass die Altstadt sauber in den Tag starten kann – und das zu einer Zeit, zu der viele Menschen noch schlafen. Diese Arbeit ist körperlich anspruchsvoll, verlangt viel Flexibilität und wird im Alltag häufig als selbstverständlich wahrgenommen. Mein großer Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen, die hier täglich für ein gepflegtes Stadtbild sorgen“, sagte Bürgermeister Schmidt-Lamontain.
Öffentlicher Raum wird täglich neu beansprucht
Die Reinigung der Altstadt ist eine besondere Herausforderung: Die Hauptstraße gehört zu den am stärksten frequentierten Bereichen Heidelbergs. Entsprechend hoch ist die Zahl der Papierkörbe, die täglich geleert werden müssen. Hinzu kommen Abfälle, die auf Straßen und Plätzen zurückbleiben, sowie immer wieder illegal abgestellter Sperrmüll.
Auch während der Tour stieß das Reinigungsteam auf mehrere wilde Müll- und Sperrmüllablagerungen. Die Fundstellen wurden aufgenommen und ihre Beseitigung für den zweiten Reinigungsdurchlauf eingeplant. Solche Ablagerungen verursachen zusätzlichen Aufwand und binden Personal und Fahrzeuge, die an anderer Stelle für die reguläre Reinigung benötigt werden.
Enges Zeitfenster für die Reinigung
Eine weitere Herausforderung ist das enge Zeitfenster für die Arbeiten. Die Stadtreinigung muss Flächen möglichst reinigen, bevor die Fußgängerzone stark belebt ist. Gleichzeitig beeinflussen Lieferverkehr, Außengastronomie und der einsetzende Berufsverkehr die Einsatzmöglichkeiten. Insbesondere nach stark frequentierten Abenden und während der Außengastronomiesaison steigt der Reinigungsbedarf auf zentralen Plätzen und in angrenzenden Straßen.
„Eine saubere Innenstadt ist eine gemeinsame Aufgabe. Die Stadtreinigung kann viel leisten – am wirkungsvollsten ist ihre Arbeit aber, wenn Abfälle in den vorgesehenen Behältern entsorgt und Sperrmüll nicht einfach im öffentlichen Raum abgestellt wird“, betonte Schmidt-Lamontain.
Ausstattung und Personal im Blick
Im Austausch mit den Beschäftigten ging es zudem um den Zustand und die Standorte einzelner Papierkörbe, den notwendigen Austausch beschädigter Behälter sowie die Ausstattung mit Fahrzeugen und Reinigungsmaschinen. Auch die personelle Situation und die Frage, wie die Reinigung in den unterschiedlichen Bereichen der Altstadt zeitlich möglichst effizient organisiert werden kann, wurden besprochen.
Zum Abschluss der Tour kehrte der Bürgermeister gemeinsam mit dem Reinigungsteam zum ASZ-Betriebsgelände zurück. Dort wurde das eingesetzte Fahrzeug entladen – für die Beschäftigten der Stadtreinigung war damit allerdings erst ein Teil ihres Arbeitstages beendet.

