Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Amt für Öffentlichkeitsarbeit
Marktplatz 10
69117 Heidelberg

Zur Ämterseite

Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg 2025 an Clara Heinrich verliehen

Für ihren Essayband „Pusztagold“ (AKI Verlag, 2025) hat Clara Heinrich den mit 10.000 Euro dotierten Clemens-Brentano-Preis für Literatur der Stadt Heidelberg erhalten. Die im Osten von Österreich lebende Autorin nahm die Auszeichnung am Mittwoch, 22. Juli 2026, im Rahmen einer Feierstunde aus den Händen von Bürgermeisterin Martina Pfister im Spiegelsaal des Gebäudes Prinz Carl entgegen. Der Preis wurde in diesem Jahr zum 33. Mal verliehen.

Literatur als elementares Bedürfnis und Fürsorge

Die Jury hatte die Entscheidung für Heinrich im April dieses Jahres gefällt. In der Jury-Begründung heißt es: „In ihrem so vielschichtigen wie poetischen Essay ‚Pusztagold‘ denkt Clara Heinrich Dinge zusammen, die auf den ersten Blick nicht zusammengehören: die ökologische Zerstörung der Landschaft, eine Krankheit wie ME/CFS, Care-Arbeit und Schreiben. Dabei gelingt ihr nicht nur eine genuin neue Form des Nature Writing, das alles Kreatürliche umfasst. Heinrich erschafft vielmehr einen Text, der mittels Tagebuchaufzeichnungen, Lektürenotizen und persönlichen Reflektionen den Zustand einer angeschlagenen Welt formuliert, zu deren elementaren Bedürfnissen Literatur ebenso zwingend gehört wie Empathie und Fürsorge.“

Bezeugen, wie es gewesen sein wird

Laudator René Augigah (Ressortleiter Literatur Deutschlandfunk / Deutschlandfunk Kultur) würdigte Clara Heinrichs Band: „Der roteste aller Fäden in diesem Text ist Care. Kein Ort in diesem Text, von dem aus das Thema nicht zumindest in Sichtweite wäre. Es verbindet die Sorge um den Planeten mit der Sorge um die Jahreszeiten mit der Sorge um die Lebensweisen mit der Sorge um die Sozialsysteme mit der Sorge um den Liebsten … Und selbstverständlich praktiziert die Literatur von Clara Heinrich selbst Care – indem sie all ihre Fäden so behutsam verknüpft; und indem sie bezeugt, wie es gewesen sein wird, das Leben mit dem Prekären, mit dem Unerträglichen, mit dem fragil Schönen darin.“

Aufmerksam sein, genau hinsehen: die Kraft der Literatur

Auch Bürgermeisterin Martina Pfister lobte Heinrichs Essayband: „Was mich dabei besonders berührt, ist der Gedanke, dass Fürsorge und Empathie nichts Nebensächliches sind. Sie sind etwas zutiefst Menschliches und etwas, das unsere Gesellschaft zusammenhält. Ihre Texte machen deutlich, dass genaues Hinsehen wichtig ist. Dass wir aufmerksam bleiben müssen – für unsere Umwelt, für andere Menschen und auch für das, was vielleicht nicht immer auf den ersten Blick sichtbar ist. Und sie zeigen zugleich, welche Kraft Literatur haben kann.“

Sie betonte zudem die Besonderheit des Heidelberger Literaturförderpreises: Deutschlandweit einzigartig sei, dass professionelle Literaturkritikerinnen und -kritiker mit Studierenden als gleichberechtigte Jurymitglieder auf Augenhöhe miteinander diskutierten. In diesem Sinne fördere der Preis nicht nur Autorinnen und Autoren. Er stehe auch für die fruchtbare enge Bindung von Stadt und Universität gerade im Bereich der UNESCO-Literaturstadt-Aktivitäten.

Preisträgerin Clara Heinrich dankte der Jury, der Stadt und vor allem ihren literarischen Mentorinnen für diesen Preis: „Uljana Wolf, deren Worte ‚Pusztagold‘ auch auf dem Cover immerzu begleiten, Monika Rinck, die ‚Pusztagold‘ als Masterarbeit an der Sprachkunst begleitet hat und mit jedem Mentoratsgespräch dafür gesorgt hat, dass mein Bücherstapel nie aufhört zu wachsen. Anja Utler, von der ich gelernt habe, die richtigen, vielleicht wichtigen Fragen an meinen Text zu stellen. Sonja vom Brocke für ihr genaues Lesen und Lea Schneider für die Essay-Listen, die mich seitdem begleiten. Ich möchte neben dem Dank auch nicht unerwähnt lassen, dass Clemens Brentano auf den Tag genau 215 Jahre vor mir geboren wurde. 893 Kilometer entfernt.“

Hintergrund

Die Preisträgerin: Clara Heinrich, geboren 1993, studierte Sprachkunst und Politikwissenschaft in Wien, Berlin und Aix-en-Provence. Sie war Finalistin beim Literaturpreis Open Mike 2019 in Berlin und hat 2021 für einen Auszug aus „Pusztagold“ den Burgenländischen Literaturpreis gewonnen. 2022 war sie Stipendiatin beim Klagenfurter Literaturkurs; 2023 stand sie auf der Shortlist für den Wortmeldungen-Förderpreis. Clara Heinrich veröffentlichte Gedichte in diversen Anthologien und Magazinen, unter anderem in „Edit“, „Process*in“ und in der „Open Poems Anthologie“ beim Poesiefestival Berlin. Heute lebt sie im Osten von Österreich und betreibt dort die Marktgärtnerei Clarence Gärten. „Pusztagold“, 2025 im AKI Verlag (Zürich) erschienen, ist ihr literarisches Debüt.

Preisträgerin Clara Heinrich posiert zusammen mit Kulturbürgermeisterin Martina Pfister.
Clara Heinrich (links) erhielt den Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg 2026 von Kulturbürgermeisterin Martina Pfister verliehen. (Foto: Konrad Gös)

Der Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg wird seit 1993 jährlich im Wechsel in den Gattungen Lyrik, Erzählung, Essay und Roman an deutschsprachige Autorinnen und Autoren vergeben, die mit ihren Erstlingswerken bereits die Aufmerksamkeit der Kritiker und des Lesepublikums auf sich gelenkt haben. Deutschlandweit einmalig ist, dass die Jury nicht nur mit professionellen Literaturkritikerinnen und -kritikern, sondern auch mit Studierenden des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg besetzt ist.

Der aktuellen Brentano-Preis-Jury – die für den Turnus 2024 bis 2027 neu berufen worden ist – gehören als professionelle Jurymitglieder an: Mara Delius (Herausgeberin „Literarische Welt“), Hanne Knickmann (Kulturagentur Knickmann, Moderation), Christoph Schröder (Freier Kritiker, Autor und Dozent für Literaturkritik) sowie Miriam Zeh (Literatur-Redakteurin, Deutschlandfunk Kultur). Als studentische Jurymitglieder waren 2026 Anna Maria Bartens, Franka Rau und Laura Stumpp beteiligt.

Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger sind: Noemi Somalvico, Sibylla Vričić Hausmann, Yael Inokai, Hanna Engelmeier, Simon Sailer, Levin Westermann, Gianna Molinari, Philipp Stadelmaier, Jan Snela, Thilo Krause, Saskia Hennig von Lange, Maximilian Probst, Philipp Schönthaler, Alexander Gumz, Wolfgang Herrndorf, Sven Hillenkamp, Andreas Stichmann, Felicia Zeller, Ann Cotten, Clemens Meyer, Stefan Weidner, Anna Katharina Hahn, Raphael Urweider, Andreas Maier, Doron Rabinovici, Sabine Peters, Hendrik Rost, Oswald Egger, Norbert Niemann, Benjamin Korn, Daniel Zahno, Jörg Schieke, Barbara Köhler, Gabriele Kögl und Günter Coufal.

Ergänzend: Infos zum Clemens-Brentano-Preis und zur UNESCO-Literaturstadt Heidelberg gibt es online unter www.heidelberg.de/kulturamt und www.heidelberg.de/cityofliterature.

Foto zum Download

(Erstellt am 23. Juli 2026)

Info

Hallo liebe Nutzerin, hallo lieber Nutzer. Ich bin Lumi. Ich helfe dir gerne bei Fragen rund um unsere schöne Stadt Heidelberg weiter.

Ich bin eine sogenannte generative künstliche Intelligenz und arbeite mit einer Technologie namens ‚Large Language Model', kurz (LLM). Das bedeutet, dass ich auf der Grundlage einer Vielzahl von Daten und Informationen vortrainiert wurde und Antworten generieren kann.

Trotzdem kann es passieren, dass meine Antworten manchmal fehlerhaft und nicht perfekt sind. Das kann die folgenden Gründe als Ursache haben:

  1. Technische Limitierung: Obwohl ich eine neuartige Technologie bin, kann ich nicht immer die beste Antwort geben, weshalb ich auch noch regelmäßig optimiert werde.
  2. Kontextverständnis: Für eine gute und passende Antwort greife ich für mein Verständnis Ihrer Frage auf vorhandene Daten und ein Sprachmodell (LLM) zurück. Unsere Sprache ist komplex und vielschichtig, weshalb ich nicht immer den Kontext einer Frage richtig interpretiere.
  3. Aktualität: Ich bin als textgenerierendes System sehr gesprächig, aber manchmal fehlen mir tagesaktuelle Daten oder Informationen z.B. zu den neuesten Pressemitteilungen.
  4. Halluzination durch Informationslücke: Es kann vorkommen, dass ich Antworten generiere, die erfunden oder ‚halluziniert' sind. Das liegt daran, dass ich auf Basis von Wahrscheinlichkeiten eine Antwort ausgebe und nicht immer über die aktuellen und passendsten Informationen für Ihre Frage verfüge.

Falls du mit einer Antwort von mir unzufrieden bist, dann klicke bitte oben im Chat-Bildschirm auf das Reset-Symbol (↺) und formuliere deine Frage gerne anders.

Du kannst auch aktiv an meiner Verbesserung mithelfen und dich bei Fragen, Unklarheiten oder Verbesserungsvorschlägen zu Lumi direkt an digitales@heidelberg.de wenden.

Die Privatsphäre und der Schutz personenbezogener Daten sind für uns ausgesprochen wichtig. Für die Beantwortung werden keine personenbezogenen Daten benötigt. Bitte gebe deswegen auch keine sensiblen oder personenbezogenen Daten in den Chat ein.

Solltest du uns diese dennoch im Chatverlauf mitgeben, werden wir sämtliche Informationen vertraulich behandeln. Bitte beachte deshalb die Datenschutzhinweise und beachte bitte zudem die allgemeinen Datenschutzhinweise für die Nutzung der Webseiten der Stadt Heidelberg unter folgendem Link: Datenschutz.

Lumi wird kontinuierlich weiterentwickelt

×