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Stadt Heidelberg erinnerte am 27. Januar an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen

„Wir gedenken den Menschen, deren Leben von den Nationalsozialisten als lebensunwert erklärt wurde“

Rund 600.000 Opfer, darunter 200.000 Getötete und 400.000 Zwangssterilisierte: Die schrecklichen Schicksale von Menschen mit Behinderungen während des Nationalsozialismus standen im Mittelpunkt der jährlichen Gedenkveranstaltung der Stadt Heidelberg am Dienstag, 27. Januar 2026, im Heidelberger Rathaus – dem 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. „Gedenken heißt, dass wir uns an die Menschen erinnern, die in den Fokus des NS-Unrechtsregimes geraten sind, die verfolgt, gedemütigt, gefoltert, getötet wurden. Gedenken heißt, sich mit unserer Geschichte auseinandersetzen. Wir gedenken heute der Menschen mit Behinderungen, die von den Nationalsozialisten gezielt getötet oder zwangssterilisiert wurden, deren Leben als ,lebensunwert‘ erklärt wurde“, sagte Erster Bürgermeister Jürgen Odszuck in seiner Ansprache.

Viele Personen sitzen auf Stühlen, zwei Personen stehen
„Das Erinnern und Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus ist eine besondere Verantwortung. Gerade in der aktuellen politischen Lage, in der Hass und Hetze zunehmen, ist es wichtig, dass wir mit offenen Augen durch unsere Stadt gehen“, mahnte Erste Bürgermeister Jürgen Odszuck in seiner Rede bei der Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2026. (Foto: Stadt Heidelberg)

„Das Erinnern und Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus ist eine besondere Verantwortung. Gerade in der aktuellen politischen Lage, in der Hass und Hetze zunehmen, ist es wichtig, dass wir mit offenen Augen durch unsere Stadt gehen“, mahnte Odszuck. Er erinnerte daran, dass erst knapp 80 Jahre nach Kriegsende Menschen mit geistigen oder körperlichen Behinderungen als Opfergruppe anerkannt wurden – „beschämend spät“. Im Sommer 2024 hat der Bundestag hierzu einen entsprechenden Antrag abgestimmt.

Menschen mit Behinderung galten in der NS-Zeit als unwertes Leben, als Belastung. Zwischen 1934 und 1945 wurden unter den Nazis bis zu 400.000 Menschen zwangssterilisiert, über 200.000 Menschen in Heil- und Pflegeanstalten ermordet. Von Ärzten oder Pflegern, die sie eigentlich umsorgen, pflegen, behandeln sollten. Auch schätzungsweise 250 bis 300 Heidelberger Bürgerinnen und Bürger wurden Opfer der „Euthanasie“ der Nationalsozialisten.

„Am 27. Januar gedenken wir der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Es ist ein Tag, der uns zur Wachsamkeit aufruft: Was können wir heute tun, damit das Wissen um die Verbrechen des nationalsozialistischen Staates erhalten bleibt und die Opfer nicht in Vergessenheit geraten?“, sagte Kathrin Bauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Grafeneck, in ihrer Rede: „Die Biografie von Elisabeth Toni Johanna von der Goltz, geboren 1899, künstlerisch ausgebildet, literarisch interessiert, über viele Jahre Patientin in verschiedenen psychiatrischen Einrichtungen und 1940 im Rahmen des nationalsozialistischen ‚Euthanasie‘-Programms in Grafeneck ermordet, steht exemplarisch für zahlreiche Lebensgeschichten. Erinnerung bedeutet, Verbindungen sichtbar zu machen, in den Austausch zu treten, Wissen zu vermitteln und neue Zugänge zur Geschichte zu eröffnen. Gedenkarbeit ist Beziehungsarbeit.“

Gedenkstätte Grafeneck

Die Gedenkstätte Grafeneck im Landkreis Reutlingen ist Erinnerungs- und Mahnstätte für die 10.654 Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen in Südwestdeutschland. Als Dokumentations- und Forschungsstätte bewahrt sie historisches Wissen und macht es der Öffentlichkeit zugänglich. Die Gedenkstätte Grafeneck ist Bildungsstätte mit den Schwerpunkten historische und politische Bildungsarbeit. 40.000 Menschen besuchen die Gedenkstätte pro Jahr, sie ist damit eine der meistbesuchten Gedenkstätten Baden-Württembergs.
 

Auch für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des inklusiven Theaterprojekts „Ein Platz im Gedächtnis“ war Grafeneck im Sommer 2025 ein wichtiger Ort zur Vorbereitung ihres Theaterstücks, aus dem sie in der Gedenkveranstaltung Ausschnitte aufführten. Entstanden ist es in der Spielzeit 2025/26 des Theaters und Orchesters Heidelberg. Es ist ein besonderes Projekt zur Gedenkkultur in Heidelberg, denn es befasst sich mit den Opfern von „Euthanasie“, Zwangssterilisation und Medizinverbrechen während der NS-Diktatur. Das inklusive Theaterensemble aus Heidelbergerinnen und Heidelbergern mit und ohne Behinderung taucht dabei in die düstere NS-Vergangenheit der Stadt ein. Im Dezember 2025 wurde es mit großem Zuspruch aufgeführt. Das Land Baden-Württemberg hat das Projekt im Rahmen des Förderprogramms „Impulse Inklusion“ gefördert. Es ist in Kooperation mit der Kommunalen Behindertenbeauftragten Christina Reiß entstanden.

Weitere Bestandteile der Gedenkveranstaltungen waren „Inklu-Slams“ vom Aktionsbündnis Inklusion, die sich am Veranstaltungsformat „Poetry Slam“ orientierten, und die musikalische Umrahmung durch die Gruppe Neomore.

Neue Webseite zur Erinnerungskultur in Heidelberg

Ein neues Gemeinschaftsprojekt von Initiativen, Stadt und Wissenschaft, angeregt vom Gemeinderat, befasst sich unter www.erinnerungskultur.heidelberg.de mit dem Erinnern und Gedenken an das nationalsozialistische Unrecht in Heidelberg und die vielfältige Forschung. Es soll sich Schritt für Schritt zu einem zentralen Baustein der Erinnerungs- und Gedenkkultur in Heidelberg entwickeln.

Foto zum Download

(Erstellt am 29. Januar 2026)

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