Kurfürsten-Anlage: Waffen- und Messerverbotszone gilt ab 1. Oktober täglich
Zwischenbilanz bestätigt Wirkung / Ausweitung verbietet künftig alle Messer
Die Stadt Heidelberg erweitert den Geltungszeitraum der Waffen- und Messerverbotszone im Bereich Kurfürsten-Anlage/Belfortstraße. Die Neufassung der Verordnung bringt zwei Veränderungen mit sich: Ab Mittwoch, 1. Oktober 2025, ist im Geltungsbereich das Führen von Messern grundsätzlich verboten – unabhängig von der Klingenlänge (sogenannte absolute Waffen- und Messerverbotszonenverordnung). Außerdem gilt das Verbot ab diesem Tag täglich von 17 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag.
„Wir begegnen der herausfordernden Situation in der Kurfürsten-Anlage mit einem starken Netz aus Partnerinnen und Partnern und einem ebenso differenzierten Maßnahmenpaket. Nur so kann eine nachhaltige Verbesserung gelingen“, sagt Ordnungsbürgermeisterin Martina Pfister: „Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich die unterschiedlichen Menschen friedlich und störungsfrei begegnen und sich sicher fühlen können. Dazu gehört es auch, klare Grenzen aufzuzeigen. Mit einer Ausweitung des Messerverbots ist es uns möglich, regelmäßiger vor Ort sein zu können und so sowohl objektiv als auch subjektiv für mehr Sicherheit zu sorgen.“
Wer trotz Verbots eine Waffe oder ein Messer führt, muss mit der Einziehung des Gegenstands sowie mit einem Bußgeld rechnen. Dieses beläuft sich – je nach Art der Waffe – auf 150 bis 350 Euro. Abweichungen nach oben sind in Einzelfällen möglich. Daneben kann eine Sicherheitsleistung in Höhe von 20.000 Euro erhoben werden. Das Polizeipräsidium Mannheim und der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) kontrollieren das Verbot im Rahmen ihrer bestehenden polizeirechtlichen Befugnisse.
Aufenthaltsverbote zeigen Wirkung – Messerverbot schreckt potenzielle Täter ab
Die Waffen- und Messerverbotszone in Teilbereichen der Kurfürsten-Anlage und Belfortstraße wurde zum 25. Juli 2024 eingeführt, um die rechtlichen Rahmenbedingungen für einen friedlichen, straftatfreien und sicheren Ort zu schaffen. Sie galt zunächst am Wochenende und an Tagen vor gesetzlichen Feiertagen für Messer ab einer Klingenlänge von vier Zentimetern. Eine Evaluation des Polizeipräsidiums Mannheim für das erste Jahr der Maßnahme hat festgestellt, dass außerhalb des Geltungszeitraums weitere Delikte mit dem Tatmittel Messer begangen werden.
„Die Herausforderungen in der Kurfürsten-Anlage sind vielschichtig und es gibt für ihre Lösung kein Patentmittel. Stattdessen müssen wir vielschichtig und behördenübergreifend reagieren, um die Lage vor Ort nachhaltig zu verbessern“, sagt Ordnungsamtsleiter Michael Blum: „Mit der Anpassung der Waffen- und Messerverbotszone verbessern wir unser Maßnahmenpaket in einem Teilbereich, der auch unseren Partnern aus Strafverfolgung, Justiz und Zivilgesellschaft weitere Handhabe gibt, das Gesamtbild aufzuwerten. Damit bleiben wir auf unserem Weg, die Sicherheit am Standort Kurfürsten-Anlage nachhaltig zu verbessern, indem bestehende, effektive Maßnahmen verstetigt und bedarfsgerecht intensiviert werden.“
Zwischen dem 25. Juli 2024 und dem 26. Juli 2025 wurden in der Verbotszone durch die Polizei mehr als 300 Personenkontrollen durchgeführt. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hat seit dem 26. Juli 2025 insgesamt 565 Kontrollen im Bereich der Kurfürsten-Anlage durchgeführt, war insgesamt 101 Stunden vor Ort und hat 42 Platzverweise ausgesprochen. Bis Mitte September wurden im Jahr 2025 bereits 114 mehrmonatige Aufenthaltsverbote in ganz Heidelberg ausgesprochen, davon 78 allein in der Kurfürsten-Anlage/Belfortstraße. Der Verein gegen Müdigkeit bot an 80 Tagen unter anderem mit dem Gesellschaftskiosk „BELLA PARK“, dem Nachbarschaftsradio, Mitmachveranstaltungen, Workshops und Konzerten diverse Angebote.
Sanierung der Brunnenanlage und zweite Haltestelle für PHV-Shuttle
Seit März 2025 saniert das Landschafts- und Forstamt der Stadt Heidelberg die Brunnenanlage auf Höhe der Hausnummern 42 bis 50. Der in den 1950er-Jahren angelegte Brunnen ist ein bedeutendes gestalterisches Element des öffentlichen Raums. Im Rahmen der Sanierung werden sowohl bauliche als auch technische Mängel behoben. Die Sanierung umfasst deshalb den Austausch der technischen Anlagen, die Erneuerung der Bepflanzung und insbesondere die denkmalgerechte Sanierung der Belagsflächen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Herbst 2025.
Seit dem 29. Juli 2024 fährt der Shuttlebus für die Bewohnerinnen und Bewohner des Patrick-Henry-Village (PHV) eine weitere Haltestelle am Seegarten (Einmündung zur Poststraße) an. Der Shuttlebus wird vom Regierungspräsidium Karlsruhe gezielt für die Erreichbarkeit des Ankunftszentrums in PHV eingesetzt, um den ÖPNV und andere Stadtteile zu entlasten. Der Shuttlebus ist nicht in den ÖPNV integriert, sondern ein Angebot für die Bewohnerinnen und Bewohner des Ankunftszentrums des Landes. Durch die Haltestellenerweiterung erhalten die Nutzenden besseren Zugang zur Innenstadt, um beispielsweise Einkäufe zu erledigen oder Freizeitangebote wahrzunehmen. Gleichzeitig soll dadurch das Personenaufkommen rund um die Grünanlage in Bahnhofsnähe entzerrt werden.
