Junge Menschen aktiv für den Klimaschutz: Idee einreichen, Förderung erhalten, Projekt umsetzen

15- bis 24-Jährige können sich um Fördermittel aus Youth Climate Action Fund bewerben – ab 15. Juli

Die Stadt Heidelberg hat sich in einem internationalen Wettbewerb durchgesetzt und erhält als eine von 300 Städten weltweit Fördergelder für Aktionen zum Klimaschutz über den Youth Climate Action Fund von Bloomberg Philanthropies. Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren können sich ab dem 15. Juli 2026 mit ihren Ideen und Aktionen für Klimaschutz-Maßnahmen um eine Förderung bewerben. Insgesamt 40.000 US-Dollar – umgerechnet knapp 35.000 Euro – stehen für Projekte in Heidelberg zur Verfügung. Für einzelne Maßnahmen ist eine Förderung von umgerechnet bis zu rund 4.500 Euro möglich. Anträge werden mit Unterstützung einer Einrichtung wie Schulen, Vereine oder Jugendhäuser eingereicht. Oberbürgermeister Eckart Würzner und Umweltamtsleiterin Sabine Lachenicht haben den neuen Fördertopf für Klimaschutzaktionen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei einem Pressetermin am Montag, 29. Juni 2026, vorgestellt.

Gruppe von Schülerinnen, Schülern und Projektbeteiligten vor dem Schulhaus
15- bis 24-Jährige können sich ab 15. Juli 2026 mit ihren Projekten für Klimaschutz um Fördergelder des Youth Climate Action Fund von Bloomberg Philanthropies bewerben. Wie sie jetzt schon im schulübergreifenden Gemeinschaftsprojekt „Artenreichen Schulhof“ für Klimaschutz und Biodiversität eintreten, zeigten Schülerinnen und Schüler des Bunsen-Gymnasiums auf ihrer artenreichen Wiese gemeinsam mit (von links) Sabine Lachenicht, Nicole Juling (beide Umweltamt), Sophia Gierok (Bunsen-Gymnasium), Kathrin Schillinger (IGH), Fabian Neubrand (Thadden-Gymnasium), Anne Unger (Hölderlin-Gymnasium), Jochen Essig (Bunsen-Gymnasium) und Oberbürgermeister Eckart Würzner. (Foto: Philipp Rothe)

Oberbürgermeister Würzner: „Ich bin sehr gespannt auf Eure Beiträge zum Klimaschutz“

„Der Klimawandel wirkt sich immer stärker auf unseren Alltag aus und wir müssen in allen Bereichen gemeinsam entgegenwirken“, sagte Oberbürgermeister Eckart Würzner: „Wir möchten als eine der jüngsten Städte Deutschlands junge Menschen motivieren, sich mit ihren Ideen für lokale Klimaschutzprojekte einzubringen und sie selbst umzusetzen – das ist das Besondere an diesem Programm, für das ich mich ganz herzlich bei Bloomberg Philanthropies bedanke. Auch mit kleinen Maßnahmen kann viel vor Ort erreicht und ein Schulhof grüner, ein Quartier sauberer, ein neuer Kühler Ort geschaffen oder die Artenvielfalt im Stadtteil gefördert werden. Daher mein Appell: Macht mit und bringt Eure Ideen für Heidelberg ein – ich bin sehr gespannt auf Eure Beiträge zum Klimaschutz!“

Welche Maßnahmen können gefördert werden?

Förderfähige Aktionen für den Klimaschutz in Heidelberg können beispielsweise sein: 

  • Baumpflanzaktionen, Hochbeete, Schulgarten, Biotop anlegen
  • Müllsammelaktion in verschiedenen Stadtteilen
  • Projekte zu klimafreundlicher Ernährung und gegen Lebensmittelverschwendung, wie zum Beispiel ein Kochkurs mit geretteten veganen Lebensmitteln

Wie kann ich Förderung für ein Projekt erhalten?

Wer zwischen 15 und 24 Jahre alt ist, eine Idee hat und ein Projekt einreichen möchte, spricht einfach eine Einrichtung und Organisation an, ob diese beim Stellen des Antrages und der Umsetzung des Projektes unterstützen kann – zum Beispiel die eigene Schule oder Hochschule, den eigenen Sport- oder sonstigen Verein oder ein Jugendzentrum. Bei allen Projekten muss der Antrag über eine Organisation oder Einrichtung eingereicht werden – diese erhält auch im Falle einer Förderung die finanziellen Mittel zugeteilt, mit denen die jungen Menschen dann ihre Projekte umsetzen können. Jede Organisation kann bis zu drei Projekte von Jugendlichen und jungen Menschen einreichen.

Zwei Schüler und Oberbürgermeister Eckart Würzner zeigen ein Informationsschild auf der Blumenwiese.
Zwei Schüler des Bunsen-Gymnasium brachten gemeinsam mit Oberbürgermeister Eckart Würzner ein neues Informationsschild auf der artenreichen Blumenwiese an. (Foto: Philipp Rothe)

„Wir freuen uns, wenn möglichst viele Vereine, Schulen, Jugendzentren und weitere Einrichtungen mitwirken und die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei der Antragstellung und der Umsetzung ihrer Projekte unterstützen. Gemeinsam können wir viel erreichen für den Klimaschutz und die Klimawandelanpassung in unserer Stadt“, ergänzte Umweltamtsleiterin Sabine Lachenicht.

Webinar für Einrichtungen und Organisationen am 15. Juli

Das Umweltamt der Stadt Heidelberg bietet am Mittwoch, 15. Juli 2026, ein Webinar für interessierte Einrichtungen und Organisationen an und gibt Hilfestellung. Nähere Infos folgen. Förderanträge für Projekte können vom 15. Juli bis 10. Oktober 2026 eingereicht werden. Weitere Informationen dazu werden noch bekanntgegeben – auch online unter www.heidelberg.de/ycaf.

Die Projektauswahl wird im November 2026 erfolgen. Alle Aktionen sollen anschließend bis Mitte April 2027 abgeschlossen werden.

Beispiel: Schulübergreifendes Gemeinschaftsprojekt „Artenreicher Schulhof“

Wie junge Menschen bereits jetzt den Klimaschutz fördern, zeigt beispielsweise das schulübergreifende Gemeinschaftsprojekt „Artenreicher Schulhof“, das im Rahmen des Pressetermins am Bunsen-Gymnasium in Neuenheim vorgestellt wurde. Seit dem Start vor zwei Jahren haben an den vier teilnehmenden Schulen Bunsen-Gymnasium, Internationale Gesamtschule, Hölderlin-Gymnasium und Elisabeth-von-Thadden-Schule insgesamt bereits rund 1.000 Schülerinnen und Schüler mitgewirkt: Sie pflanzen in Absprache mit dem Landschafts- und Forstamt unter anderem heimische Bäume und Sträucher, bringen Totholz aus und haben am Bunsen-Gymnasium die Rasenfläche an der Mönchhofstraße in eine artenreiche Blumenwiese verwandelt.

„Wir beobachten bereits erste Erfolge. Die Flächen werden von Tierarten angenommen, die es vorher hier nicht gab. Wir erkennen vor allem eine Zunahme von Vogel- und Schmetterlingsarten, Heuschrecken und Wildbienen“, erklärte Lehrer Jochen Essig vom Bunsen-Gymnasium. Schülerinnen und Schüler analysieren die Artenvielfalt vor Ort teils im Unterricht, teils in einer AG, entwickeln gemeinsam neue Maßnahmen und erleben dadurch praxisnahen Biologieunterricht. Gefördert wird das Projekt durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg.


Fotos zum Download

×