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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Christina Reiß (Foto: Fotostudio Schwetasch)
Christina Reiß
Behinderten-beauftragte
Bergheimer Str. 69
69115 Heidelberg
Telefon 06221 58-15590
Fax 06221 58-49160

Weitere Infos
www.heidelberg.de/
behindertenbeauftragte

Kontakt und Leistungen/Befugnisse

Eine Stadt für alle

Wettbewerb „Verwalten. Inklusiv. Gestalten.“

Bürgernähe ist neben Bürgerfreundlichkeit für das Handeln der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Heidelberg das erste und wichtigste Gebot. Alle Heidelbergerinnen und Heidelberger sollen die Dienstleistungen und Angebote der Stadt in Anspruch nehmen können – ob mit oder ohne Behinderung.

Mit dem verwaltungsinternen Wettbewerb „Verwalten. Inklusiv. Gestalten.“ riefen Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und die Kommunale Behindertenbeauftragte Christina Reiß die Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung, der städtischen Einrichtungen und Betriebe dazu auf, darzustellen, wie sie das Thema „Inklusion“ bislang umsetzen.

So fiel die Entscheidung

Die Auswahl fiel der unabhängigen Jury nicht leicht. Die sechs Jurymitglieder achteten bei der Gewichtung auf die Bedeutung des Projektes für die Stadtgesellschaft, aber auch auf die Zukunftsfähigkeit und das Entwicklungspotenzial der Maßnahmen. 

Zusammensetzung der Jury

  • Andreas Brauneisen, Beirat von Menschen mit Behinderungen (bmb)
  • Simone Fischer, Fachberatung Inklusion beim Städtetag Baden-Württemberg
  • Roland Haag, Personal- und Organisationsamt der Stadt Heidelberg
  • Michael Kaestel, Vorsitzender Schwerbehindertenvertretung
  • Martina Laurenz, VbI Heidelberg, Büro für Inklusion
  • Christina Reiß, Kommunale Behindertenbeauftragte der Stadt Heidelberg

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2018

Barrierefreiheit auf dem Friedhof

Freuen sich über den ersten Preis: (v.l.) Christine Reiß, Dr. Ernst Baader, Wolfgang Becker, Dorothee Kuhn-Rubey (Foto Dittmer)
Freuen sich über den ersten Preis: (v.l.) Christine Reiß, Dr. Ernst Baader, Wolfgang Becker, Dorothee Kuhn-Rubey (Foto Dittmer)

Friedhöfe werden von vielen älteren Menschen und Personen mit Mobilitäts- oder Wahrnehmungseinschränkungen besucht. Darum wurden auf dem Friedhof in Wieblingen und auf dem Bergfriedhof barrierefreie Toiletten errichtet. Zudem wurden Friedhofswege in Kirchheim und Wieblingen verbreitert und ebener, stufenlos und rutschhemmend angelegt, um den Zugang mit Rollstühlen und Rollatoren zu vereinfachen.

Die Jury: „Hier entstand ein Prototyp für zukünftige Sanierungen, der weiterentwickelt wird.“


Inklusive Inhalte bei der Aus- und Fortbildung

Beim Inklusionstag erleben städtische Azubis unter anderem im Rollstuhl, wie sich Behinderung anfühlt. (Foto Pellner)

Das Team der Aus- und Fortbildung sensibilisiert Auszubildende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt für das Thema Inklusion und zeigt auf, wie man den Verwaltungsalltag und Dienstleistungen sowohl für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für Bürgerinnen und Bürger barrierefrei gestalten kann. Daher organisiert es verschiedene Fortbildungen mit inklusivem Inhalt, beispielsweise der Inklusionstag für Azubis. 

Die Jury: „Die Sensibilisierung für das Thema Inklusion setzt sich durch die Fortbildungen in der ganzen Verwaltung fort.“


Barrierearme Stadtbücherei

Hier finden Jugendliche Lektüren in leichter Sprache: Christine Sass und Markus Viereckl von der Stadtbücherei (Foto Rothe)
Hier finden Jugendliche Lektüren in leichter Sprache: Christine Sass und Markus Viereckl von der Stadtbücherei. (Foto Rothe)

Um die Angebote der Stadtbücherei allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich zu machen, wurden viele Maßnahmen zur Barrierefreiheit umgesetzt. Zum Beispiel ektrische Türen, eine barrierefreie Website, Bücher in leichter Sprache sowie Führungen für Inklusionsklassen.

Die Jury: „Das Konzept ist sehr breit angelegt. Barrierefreiheit wird hier technisch, pädagogisch und interaktiv umgesetzt.“


Sonderpreis

Menschen in Warnwesten betrachten einen Berg Kompost (Foto: Valentin Bachem)
Führung im Müllkompostwerk für Menschen mit Behinderung (Foto: Valentin Bachem)

Führungen und Berichte zu den Themen Abfallentsorgung und Stadtreinigung werden für eine bessere Verständlichkeit in einfacher Sprache angeboten.

Die Jury: „Valentin Bachem zeigt mit viel Herzblut ein unglaubliches Engagement für das Thema ’Leichte Sprache‘ – privat, beruflich, landesweit.“


Weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Blindenleitsystem Gadamerplatz

Der Eingang der Bahnstadt-Kita (Foto: Stadt Heidelberg)
Die Bahnstadt-Kita ist per Blindenleitsystem zu erreichen (Foto: Stadt Heidelberg)

Als erstes öffentliches Gebäude in Heidelberg wurde das B³ mit einem taktilen Blindenleitsystem ausgestattet. Die Eingänge zum Bürgerhaus, zur Schule und zur Kita sind an die Straßenübergänge an der Grünen Meile und an die Haltestelle Gadamerplatz angebunden und somit für Menschen mit Sehbehinderung eigenständig zu erreichen.


Rollstuhlgeeignete Tisch-Bank-Kombinationen

Eine Frau sitzt auf einer Bank an einem Tisch, ein Mann sitzt mit einem Rollstuhl am gleichen Tisch (Foto: Stadt Heidelberg)
Die neue Tisch-Bank-Kombination auf dem Spielplatz in der Danziger Straße beim Praxistest. (Foto: Stadt Heidelberg)

Für Menschen im Rollstuhl sind die gängigen Tisch-Modelle in Parks und Grünanlagen meistens nicht geeignet. Durch eine eingerückte Unterkonstruktion ermöglichen neue Tisch-Bank-Kombinationen ein barrierefreies Heranfahren an die Stirnseite für Rollstuhlfahrerinnen und –fahrer. Somit können auch Großeltern und Eltern, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ihren Kindern beim Spielen von den Tischen aus zusehen.


Piktogramme zur Signalisierung von Barrierefreiheit

Piktogramme für Barrierefreiheit, induktive Höranlagen und Gebärdendolmetscher
Dank den Piktogrammen ist schnell zu erkennen, welche Unterstützungsangebote verfügbar sind (Grafik: Stadt Heidelberg).

Für die 1. Heidelberger EngagementMesse 2017 wurden Piktogramme für bauliche Barrierefreiheit, Gebärdendolmetscher und induktive Höranlagen im städtischen Design erstellt. Diese kamen auch bei weiteren Veranstaltungen zum Einsatz. So erkennen Besucherinnen und Besucher auf Plakaten und Flyern schnell und eindeutig, welche Unterstützungsangebote zur Barrierefreiheit bei Veranstaltungen verfügbar sind.


Barrierearmer Zugang zu Anträgen und Informations- und Beschlussvorlagen in den Gremieninformationssystemen

Laptop für Menschen mit Sehbehinderung (Foto: Michael Arriens)
Sitzungsdokumente sollen barrierefrei zugänglich sein (Foto: Michael Arriens)

Sitzungsdokumente, welche für öffentliche Sitzungen auch im Internet einsehbar sind, sollen einwandfrei von EDV-gestützten Vorleseprogrammen, wie sie von Menschen mit Sehbehinderung genutzt werden, gelesen werden können. Darum gelten spezielle Formatierungsregeln, wie:

  • Keine unnötigen Absatzmarken im Text zu verwenden
  • Keine Silbentrennung zu verwenden 
  • Keine Abkürzungen wie „z. B., Mio., i. H. v., ca., bzw., etc., usw., Flst.-Nr., T.EUR, …) zu verwenden, sondern die Wörter entsprechend auszuschreiben
  • Ämterbezeichnungen auszuschreiben und keine Nummern zu verwenden 

Barrierearme Besprechungen und Vorstellungsgespräche

Türschild am Besprechungszimmer (Foto: Stadt Heidelberg)
Das Besprechungszimmer 3.18 ist barrierefrei erreichbar (Foto: Stadt Heidelberg)

Vorstellungsgespräche und Besprechungen finden seit Mitte 2018 meist im neuen Besprechungsraum Zimmer 3.18 statt, der barrierefrei zu erreichen ist. Zudem ist eine optimierte Beschilderung zur verbesserten Auffindbarkeit des Raumes geplant.


Informationsbroschüre zum Schulstart in einfacher Sprache

Titelblatt des Flyers „In die Schule, fertig, los!“ (Foto: Stadt Heidelberg)
Informationen zum Schulstart sind auch in einfacher Sprache verfügbar (Foto: Stadt Heidelberg)

Die Informationsbroschüre „In die Schule, fertig, los!“ rund um den Übergang vom Kindergarten in die Schule ist als Wendbroschüre angelegt. Sie kann von beiden Enden her gelesen werden, in Standardsprache und in einfacher Sprache. Damit wird funktionalen Analphabeten die gesellschaftliche Teilnahme erleichtert.


Einfache Sprache in der Abfallwirtschaft

Menschen in Warnwesten betrachten einen Berg Kompost (Foto: Valentin Bachem)
Führung im Müllkompostwerk für Menschen mit Behinderung (Foto: Valentin Bachem)

Führungen und Berichte zu den Themen Abfallentsorgung und Stadtreinigung werden für eine bessere Verständlichkeit in einfacher Sprache angeboten.  


Gesundheitstag „Lebenswerter Hasenleiser - Gesund aufwachsen, leben und älter werden im Quartier“

Menschen verfolgen einen Vortrag, der in Gebärdensprache übersetzt wird (Foto: Stadt Heidelberg).
Zwei Vorträge wurden in Gebärdensprache übersetzt (Foto: Stadt Heidelberg).

Beim Gesundheitstag im April 2018 wurden den Besucherinnen und Besuchern das Thema Gesundheit mit kostenfreien Mitmachangeboten und Informationen nähergebracht. Neben einem barrierefreien Zugang wurde eine Induktionshöranlage und eine Gebärdensprachendolmetscherin angeboten, um auch Menschen mit Behinderung die Teilnahme zu ermöglichen.


Barrierearme Schwimmbäder

Schwimmerbecken im Hallenbad Hasenleiser (Foto: Stadtwerke Heidelberg)
Das Schwimmerbecken im Hallenbad Hasenleiser verfügt über einen Lift zum erleichterten Ein- und Aussteigen (Foto: Stadtwerke Heidelberg)

Die drei Heidelberger Hallen- und zwei Freibäder sind alle barrierefrei zugänglich. Weitere Maßnahmen erleichtern Menschen mit Behinderung den Besuch. Mit Einbau der neuen Kassenautomation 2017 wurden in allen Bädern behindertengerechte Automaten angebracht. Zudem gibt es ausgewiesene Behindertenbereiche mit entsprechenden Umkleiden, Duschen, Waschbecken und WCs, die mit Notruftasten ausgestattet sind. Im Köpfelbad, im Hallenbad Hasenleiser und im Thermalbad finden sich Lifte zur Erleichterung des Ein- und Ausstiegs am Schwimmerbecken. 


Kommunikation, die alle erreicht

Eine Frau mit Rollstuhl schaut sich Gemüse auf dem Wochenmarkt an (Foto: Weiland)
Beispielbild aus dem Fotopool „Menschen mit Handicap“ (Foto: Weiland)

Jede Bürgerin und jeder Bürger soll die Möglichkeit haben, sich zu informieren und sich angesprochen fühlen. Darum verfügt die Website der Stadt Heidelberg über viele Funktionen, die Menschen mit Behinderung das Leben leichter machen sollen, beispielsweise die Vorlesefunktion und Bildbeschreibungen. Der Websitenbereich www.heidelberg.de/einfach stellt zudem Informationen und aktuelle Nachrichten in einfacher Sprache zur Verfügung. Bei der Gestaltung von HEINZ, des Stadtblatts, des Internetauftritts und bei Veröffentlichungen wird auf eine Sprache, Symbol- und Bildauswahl geachtet, die Geschlechterstereotype durch positive Geschlechterbilder von Frauen und Männern ersetzt und so zu einer Kommunikationskultur ohne Herabsetzung und Ausblendung von Personen, Personengruppen, Lebensformen und Lebenslagen unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Alter und Behinderung beiträgt. Beispielsweise wurde ein Fotopool „Menschen mit Handicap“ angelegt.


Museumsführungen für sehbehinderte Menschen

Menschen mit Sehbehinderung ertasten ein Hands on-Objekt zu einem Porträt (Foto: Kurpfälzisches Museum).
Mit Hands on-Objekten können Porträts erfühlt werden (Foto: Kurpfälzisches Museum).

Im Kurpfälzischen Museum können auch sehbehinderte und blinde Menschen die Exponate wahrnehmen. In speziellen Führungen dürfen Ausstellungsstücke berührt und mit anderen Sinnen erfahren werden. Zudem werden durch Faktoren wie Entfernung zum Objekt, Belichtung, Vergrößerung und Kontrastierung Bedingungen geschaffen, die es Menschen mit Restsehvermögen ermöglichen, die Exponate zu erkennen. Mit Hands on-Objekten können Porträts erfahrbar gemacht werden. 

Nächste Führung „Sehbehindert im Museum"
„Nacht, Mond, Traum in der Kunst"
Mittwoch, 30. Januar 2019, 11 Uhr


Inklusives Tanzerlebnis „Chairdancing“

Zwei Frauen sitzen im Rollstuhl, ein Mann steht dahinter (Foto: Interkulturelles Zentrum)
Beim „Chairdancing" tanzen Menschen mit und ohne Behinderung zusammen (Foto: Interkulturelles Zentrum).

„Chairdancing“ ist ein diverser, inklusiver Tanzabend. Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer, aber auch Menschen ohne Mobilitätseinschränkung tanzen gemeinsam zu professioneller DJ-Musik. Wer sonst nicht auf einen Rollstuhl angewiesen ist, kann die Perspektive wechseln, um gemeinsam mit Rollstuhlnutzerinnen und –nutzern den Abend „auf Augenhöhe“ zu erleben. Dazu werden Rollstühle vor Ort verliehen. 


Kooperationsprojekt „Nachhaltiges Wirtschaften“

Wolfgang Erichson (hinten, 3. von rechts), Bürgermeister für Umwelt, Bürgerdienste und Integration, zeichnete gemeinsam mit Dr. Volker Kienzlen (hinten rechts), Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA), die Projektteilnehmer mit einem Zertifikat aus (Foto: Buck).
Die Teilnehmer des Projekts werden mit einem Zertifikat ausgezeichnet. (Foto: Buck)

Das Kooperationsprojekt „Nachhaltiges Wirtschaften“ und das daraus entstandende Firmennetzwerk haben zum Ziel, den teilnehmenden Unternehmen ein breites Spektrum ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeitsaspekte zu vermitteln und in gemeinsamen Workshops zu vertiefen. Eine Kooperation besteht mit den Rollstuhlbasketballern Rolling-Chocolate der SG-heidelberg-Kirchheim, um die Betriebe für die Integration von Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren und Berührungsängste abzubauen.


Integriertes Handlungskonzept „Perspektive 2028“

Fünf Menschen, von denen zwei einen Rollstuhl benutzen, schauen auf ihre Handys (Foto: Tobias Dittmer)
Der Routenplaner für Mobilitätseingeschränkte wurde am Freiwilligentag 2018 in der Altstadt getestet. (Foto: Tobias Dittmer)

Im Zukunftskonzept für den Hasenleiser spielen Barrierefreiheit und Inklusion eine wichtige Rolle, um bis 2028 ein generationenübergreifendes Stadtquartier zu werden, das auch Menschen mit Behinderung eine einfache Teilhabe ermöglicht. Folgende Maßnahmen sind geplant:

  • Fortführung des Routenplaners für Mobilitätseingeschränkte bis in den Hasenleiser um die Mobilität in die Kernstadt zu erleichtern
  • Gestalterische und inklusive Aufwertung des Nahversorgungszentrums und des Spielplatzes inklusive einer behindertengerechten Toilette
  • Konsequenter Abbau von Barrieren im öffentlichen Raum
  • Maßnahmen zur Entstehung von barrierefreiem Wohnraum

Hausbesuche für offizielle Beglaubigungen von Unterschriften

Fünf Stempel (Foto: Stadt Heidelberg)
Immobile Menschen können Beglaubigungen auch zu Hause bekommen (Foto: Stadt Heidelberg)

Die Betreuungsbehörde bietet immobilen Menschen mit Behinderung Hausbesuche und Besuche im Krankenhaus an, um eine öffentliche Beglaubigung der Unterschrift auf Vorsorgevollmachten oder Betreuungsverfrügungen zu bekommen. Dies war bisher nur bei persönlichem Erscheinen bei der Behörde oder durch Inanspruchnahme eines deutlich kostenintensiveren Notars möglich.