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Interkommunales Gewerbegebiet: Heidelberg und Leimen konkretisieren die Planungen

Gründung eines gemeinsamen Zweckverbandes geplant

Heidelberg und Leimen gehen den nächsten Schritt zur Entwicklung des interkommunalen Gewerbe- und Industriegebietes: Um die Planungen weiter konkretisieren und vorantreiben zu können, wollen die Städte zum 1. Januar 2021 gemeinsam einen Zweckverband gründen. Darüber beraten und beschließen die Gemeinderäte von Heidelberg und Leimen in ihren jeweiligen Sitzungen am 23. Juli 2020. In Heidelberg startet der Gremienlauf am 1. Juli im Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss.

Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner: „Heidelberg benötigt dringend zusätzliche Wirtschaftsflächen, um ein starker Wirtschaftsstandort zu bleiben. Wir können den hohen Bedarf nicht ausschließlich auf unseren Flächen lösen und gehen daher gemeinsam mit Leimen neue, innovative Wege. Wir wollen in interkommunaler Zusammenarbeit bestehende Wirtschaftsflächen weiterentwickeln, besser erschließen und effektiver nutzen. Dadurch verknüpfen wir die Potenziale von Heidelberg und Leimen und können gemeinsam größere Flächen entwickeln. Das ist ökologisch und ökonomisch nachhaltig und ein Gewinn für beide Städte. Wir bieten Unternehmen Entwicklungsperspektiven und schaffen neue Arbeitsplätze. Das sichert Steuereinnahmen und ist die Basis dafür, dass unsere Stadt ihren Bürgerinnen und Bürgern weiter hervorragende Angebote zur Verfügung stellen kann.“

Leimens Oberbürgermeister Hans D. Reinwald: „Dieses interkommunale Gewerbegebiet ist ein Zeichen der guten nachbarschaftlichen Verhältnisse und für beide Städte ein Gewinn. Wir hoffen mit der Entwicklung dieses Gebietes unsere Gesamtsituation zu verbessern. Durch seine perfekte Lage inmitten der Metropolregion und die guten Verkehrsanbindungen bietet es ein großes Potenzial, das in unserem Raum sicher seinesgleichen sucht. Wir freuen uns auf diese Chance!“

Größtes interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet in der Metropolregion geplant

Das „Interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet Heidelberg-Leimen“ soll im Bereich der Gemarkungsgrenze beider Städte entstehen. Hier grenzen die Industrie- und Gewerbegebiete Rohrbach-Süd und Leimen-Nord direkt aneinander. Das interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet soll eine Fläche von circa 99 Hektar umfassen – das entspricht etwa 140 Fußballfeldern – und damit das größte Interkommunale Gewerbegebiet in der Metropolregion Rhein-Neckar werden. Davon befinden sich rund 44 Hektar auf Heidelberger und 55 Hektar auf Leimener Gemarkung, darunter auch die ehemalige Deponie Fautenbühl.

Die Wirtschaftsflächen sollen unter Berücksichtigung und Einbeziehung der bestehenden Betriebe durch die beiden Städte gemeinsam geplant und vermarktet werden – im Sinne einer nachhaltigen, ökonomischen und verantwortungsvollen Flächenpolitik. Ziel des interkommunalen Projektes ist die Förderung der nachbarschaftlichen und kooperativen Zusammenarbeit zwischen beiden Städten: Heidelberg und Leimen wollen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Infrastruktur weiter verbessern sowie mit natürlichen Ressourcen schonend umgehen. Mehrere Tausend Arbeitsplätze sollen entstehen.

Auf Heidelberger Gemarkung liegt für das Industrie- und Gewerbegebiet Rohrbach-Süd ein rechtskräftiger Bebauungsplan vor. Für das Leimener Industrie- und Gewerbegebiet bestehen mit Ausnahme der Flächen von HeidelbergCement und Eternit ebenfalls rechtskräftige Bebauungspläne. Die Kommunen verfügen für die betreffenden Flächen auf ihrer jeweiligen Gemarkung über Vorkaufsrechte. Die meisten Grundstücke befinden sich in Privateigentum.

Verkehrsanbindung

Das Interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet soll mehrfach erschlossen werden: Eine Machbarkeitsstudie sieht eine Verlängerung der L600 aus Osten kommend durch das Gebiet bis zur Schwetzinger Straße im Westen Leimens vor. Parallel dazu ist eine Radachse geplant. Auf Heidelberger Gemarkung soll diese West-Ost-Verbindung zudem an die Straße „Im Breitspiel“ angebunden werden. Zudem könnte die bestehende Straßenbahntrasse im Osten entlang der L594 über eine Stichstrecke in das Gewerbegebiet verlängert werden – parallel zur neuen Straße – und im Westen an einen neuen S-Bahnhof auf der Strecke Heidelberg-Karlsruhe angebunden werden. Dessen Realisierung soll geprüft werden.

So geht es weiter

Heidelberg und Leimen haben 2019 im Rahmen des Landesprogramms „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ einen Förderbescheid von bis zu rund 46.000 Euro erhalten. Die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH erstellt derzeit im Auftrag und in Abstimmung mit den Städten ein städtebauliches Entwicklungskonzept zum Gewerbe- und Industriegebiet. Es soll als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen. Mit ersten Zwischenergebnissen kann Ende 2020 gerechnet werden.
Vorgesehen ist zudem die Aufstellung eines gemeinsamen Bebauungsplanes für das Zweckverbandsgebietes. In einem nächsten Schritt sollen dann vertiefende Untersuchungen des Gebietes stattfinden.

Hintergrund

Heidelberg und Leimen haben im Juli 2018 eine gemeinsame Absichtserklärung („Letter of Intent“) mit dem Ziel eines Interkommunalen Gewerbegebietes unterschrieben. Der Bedarf an Wirtschaftsflächen in Heidelberg für Betriebserweiterungen und Neuansiedlungen wächst einem Gutachten zufolge bis 2025 auf 113 Hektar – rund 90 Hektar mehr als voraussichtlich zur Verfügung stehen werden. Die Stadt Heidelberg hat mit diesem Flächenziel ein Wirtschaftsentwicklungskonzept aufgestellt, in dem die Zusammenarbeit mit Leimen ein Handlungsbaustein ist. Jeder sechste Euro, der im Haushalt der Stadt Heidelberg eingenommen wird, wird durch Unternehmen über die Gewerbesteuer beigetragen.